Deutsches Reich 1933 - 1945Orden und EhrenzeichenRitterkreuz

334 Große Verleihungsurkunde des Eichenlaubes zumRitterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Heinrich Borgmann.

 Datiert Führerhauptquartier, den 10. Februar 1942. Mit Originalunterschrift des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler in Tinte.

Die Urkunde auf großem Pergamentbogen (Doppelblatt) von Hand geschrieben, das Hoheitszeichen und der Name des Beliehenen in erhabenem Gold gehalten.

Die Eichenlaub-Mappe aus antikem Pergament mitaufgelegtem, feuervergoldeten Hoheitszeichen. Die Innendeckel mit Pergamentspiegeln und handvergoldeter Linieneinfassung. Am rückseitigen unteren Rand signiert "FRIEDATHIERSCH".

Heinrich Borgmann (* 15. August 1912 in Angermünde; † 5. April 1945 in Magdeburg) war zuletzt Oberst im Generalstab sowie Adjutant von Adolf Hitler.

1932 trat Borgmann in das 5. (Preußische) Infanterie-Regiment der Reichswehr ein. Als Chef der 9. Kompanie des Infanterieregiments 46 nahm er am Feldzug gegen Polen, wie auch am Westfeldzug teil. Danach wurde er Führer der Vorausabteilung „Borgmann“ in der 30. Infanterie-Division. Im Rußlandfelzug war er in der Heeresgruppe Nord der Führer der Radfahrabteilung 30, dann führte er das 3. Bataillon des Infanterieregiments 46 und schließlich wieder die „Kampfgruppe Borgmann“.

Am 7. Februar 1942 wurde er schwer verwundet und am 10. Februar 1942 erhielt er das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Es erfolgte seine Versetzung zur Kriegsakademie in Berlin mit der Ausbildung zum Generalstabsoffizier. Als Ib und Ia diente Borgmann bei verschiedenen Divisionen.

Im Juli 1943 wurde er der Verbindungsoffizier des Heeres bei Adolf Hitler, der als Reichskanzler auch Oberbefehlshaber des Heeres war.

Beim Attentat vom 20. Juli 1944 wurden Anwesende, die zu seiner Linken standen, und der Stenograph Heinrich Berger, der rechts von ihm stand, durch die Explosion getötet. Er überlebte mit schweren Verletzungen und erhielt das Goldene Verwundetenabzeichen 20. Juli 1944.

Nach der Genesung wurde er zum Oberst befördert. Am 2. April 1945 wurde er Kommandeur der neu aufgestellten Volksgrenadier-Division „Scharnhorst“, einem Verband der 12. Armee. Noch vor der Befehlsübernahme wurde er durch einen feindlichen Tieffliegerangriff schwer verwundet und verstarb in einem Lazarett in Magdeburg.  

Seltenes und bedeutendes Verleihungsdokument dieses tapferen Offiziers und Zeugnis für die hohe Wertschätzung, die dem Ritterkreuz und seinen höheren Stufen als Tapferkeitsauszeichnung entgegengebracht wurde.

Die Urkunden sind vom kunsthistorischen Standpunkt aus betrachtet einzigartig. Durch das Zusammenwirken von Professor Gerdy Troost mit Frieda Thiersch, der bedeutendsten deutschen Buchbinderin des 20. Jahrhunderts beim Entwurf und der Fertigung der Kassetten und Mappen, der kalligraphischen Höchstleistung der Graphikerin Franziska Kobell, die zusammen mit ihren Mitarbeitern die Urkunden von Hand schrieb, und dem Können der Goldschmiede Franz und Professor Hermann Wandinger bei der Ausführung der Goldschmiedearbeiten, wurden bedeutende künstlerische Objekte geschaffen.

Kein Staat der Welt hat zuvor oder danach jemals einen solchen Aufwand bei der Gestaltung der Verleihungsurkunden seiner höchsten Auszeichnungen betrieben. Selbst die kalligraphisch hochstehenden Verleihungsurkunden der angesehensten weltlichen Ritterorden wie des Goldenen Vlieses und des Hosenbandordens erreichen dieses Niveau nicht.

Die Schlichtheit der tragbaren Auszeichnung, des von dem bedeutendsten deutschen Architekten des Klassizismus, Karl Friedrich Schinkel, 1813 entworfenen Eisernen Kreuzes, bildet dazu einen augenfälligen Kontrast von hohem Sinngehalt.

Die Mappe und die Urkunde in hervorragender Erhaltung.  Vor allem der auf der Mappe aufgelegte Hoheitsadler weist eine nahezu unberiebene und unverputzte originale Feuervergoldung auf. Die Urkunde mit unwesentlichen, kaum sichtbaren, minimalen Stockflecken.

Durch den zeitaufwendigen Herstellungsprozess der Mappen und Urkunden wurden bei Weitem nicht alle Urkunden für die Eichenlaubträger bis Kriegsende fertiggestellt.

Besonders durch den Bezug zum Attentat auf Adolf Hitler und die Verleihung des Goldenen Verwundetenabzeichens 20. Juli 1944 an Heinrich Borgmann ein besonders interessantes Verleihungsdokument von größter Seltenheit.

 

1-2
30.000,00