Einzellader - Büchse Gewehr MLe 1874 M 80 (GRAS - Gewehr) mit deutscher militärischer Abnahme des 1. W.K. Kal. 8 x 50mm R Lebel S.Nr. C 65762

Herst.: MANUFACTURE DÀRMES Chattellerault

Bei der vorliegenden Waffe handelt es sich um die seltene Ausführung des MLe 1874 M 80 im Kaliber 8mm Lebel. Bei der Apdierung wurde ein Lauf im vorgenannten Kaliber eingebracht, welcher im Bereich des Oberrings bis zur Mündung eine Stärke entsprechend den Aussenmaßen des Ursprungslaufes aufweist, da das Korn und die Seitengewehraufpflanzvorrichtungen vom MLe 1874 übernommen wurden. Im Weiteren erhielt die Waffe einen Handschutz welcher vom Gehäuse bis über den geänderten bzw. nach oben erweiterten Unterring reicht und eine Aussparung zum Umklappen des Visieres aufweist, sowie vor dem Gehäuse einen Metallverstärkung.

Neben dem Lauf und Handschutz wurde bei der Kaliberänderung das umklappbare Visier des Lebel Gewehres M 1886 bzw. M 1886 M 93 auf dem Lauf angebracht und einer im Durchmesser kleinerer Putzstock eingebracht.
Die vorliegende Waffe MLe 1874 M 80 weist linkseitig am Gehäuse neben einer Abnahme zweizeilig die Herstellerbezeichnung MANUFACTURE D`ARMES Chatellerault
und danach Mle 1874 sowie darunter M 80 als zusätzliche Modellbezeichnung auf.
Auf der rechten Gehäuseoberseite befindet sich ein diverser Abnahmestempel. Der blank gehaltene Verschluss weist diverse Abnahmestempel auf und trägt die S.Nr. C 65762 der Waffe am Fuß des Kammerstängels sowie an der Schlagbolzenmutter.
Die metallenen Anbauteile wie Oberring, Abzugsblech, -bügel und Schaftkappe tragen diverse Abnahmestempel. Der Unterring welcher mit der Apdierung angebracht wurde trägt keine Abnahme oder S.Nr..
Die am neu eingebrachten Lauf angebrachte Seitengewehrhaft trägt die S.Nr.A 71107.
Der zur Waffe nrgl. im Original Zustand erhaltene Schaft mit Druckstellen und Gebrauchsspuren trägt an der linken Kolbenseite deutlich eingebracht die Waffennummer 65762 und darüber G.G. & Cie, und auf der rechten Kolbenseite den Reichseigentumsstempel (stilisierter Adler mit umlaufender Beschriftung DEUTSCHES REICH) und im Weiteren am Kolbenhals die Nr. 125. Die Schaftkappe weist den französischen Truppenstempel 141 T auf.
Die üblichen Kreisstempel die beim MLe 1874 üblicher Weise beidseitig am Kolben gegeben sind wurden entfernt.
Hinsichtlich der Verwendung von Fremdwaffen und dem MLe 1874 bei den Deutschen Truppen im 1. Weltkrieg finden wir Hinweise bei dem Standartwerk von Franz Ehle mit dem Titel  "Die wichtigsten Vorschriften über die Seitengewehre der Truppen zu Fuss des Königreichs Bayern". Auf Seite 35 des Inhaltsverzeichnises die "Kurze Beschreibung der an Ersatztruppen und Rekrutendepots verausgabten fremdländischen Gewehre".
Hierzu führt im Weiteren "Das deutsche Soldatenbuch" Deutschlands Wehr und Waffen im Wandel der Zeiten 2. Band - Herausgegeben von Major a.D. F.W.Deiß  Verlag von Alwin Fröhlich in Leipzig 1926; auf Seite 183/184 an: …"Außerdem fanden bei uns zu Ausbildungszwecken Verwendung das französische Marinegewehr Gras Kropatschek M 78, das Grasgewehr M 74, dieselbe Konstruktion usw. "!
Die Waffe befindet sich in einem sehr schönen bis auf die Seitengewehrhaft in einem nrgl. Originalzustand nicht überarbeitet mit einer Brünierung welche bis zu über 85% erhalten ist. Die Brünierung ist nur an den Anbauteilen und dem Gehäuse etwas berieben.
Die Waffe stellt eine außergewöhnliche Rarität der deutschen Militärbewaffnung dar und befindet sich in einem sehr schönen Gesamtzustand.

Erlaubnispflichtige Schusswaffe
1.300,00