Deutsches Reich 1933 - 1945Orden und EhrenzeichenRitterkreuz

Große Verleihungsurkunde zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an den Hauptmann und SS - Hauptsturmführer Wilhelm Dietrich

Ausgestellt an Hauptmann Wilhelm Dietrich. (SS Hauptsturmführer).

Datiert Führerhauptquartier, den 15. Oktober 1942. Mit Unterschrift des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler (Pantograph).

Die Ritterkreuzmappe aus rotem Saffianleder mit goldgeprägtem Hoheitsadler. Die Innendeckel mit Pergamentspiegeln und handvergoldeter Linieneinfassung. 

Die Urkunde auf großem Pergamentbogen (Doppelblatt ) von Hand geschrieben, der Name des Beliehenen in erhabenem Gold gehalten. 

Mappe mit äußeren Gebrauchsspuren, Der lederne Haltestreifen innen gerissen. Urkunde minimal stockfleckig.

Wilhelm Dietrich : Gebohren 17. November 1912 (Ehringhausen/Hessen) Gestorben  12. März 1944 (Lazarett Dorpat, Estonia).  SS-Nr.: 38.886 // NSDAP-Nr.: 693.321

Beförderungen:


01.04.1935: Leutnant der Landespolizei
20.04.1937: Oberleutnant der Landespolizei
12.09.1937: SS-Obersturmführer
20.04.1939: SS-Hauptsturmführer
01.10.1939: Hauptmann der Schutzpolizei
09.11.1942: SS-Sturmbannführer
01.04.1943: SS-Sturmbannführer der Waffen SS
09.06.1943: Major der Schutzpolizei
30.01.1944: SS-Obersturmbannführer der Waffen SS und Oberstleutnant der Schutzpolizei
01.03.1944: SS-Standartenführer und Oberst der Schutzpolizei (posthumously)


01.11.1931: Eintritt in die NSDAP und die SS - 5. Sturm, IV. Sturmbann, 33.SS-Standarte in Darmstadt
Landespolizei in Hessen und dann in Darmstadt
1933-10.06.1936: Leutnant, Infanterie Regiment 115
1936: Polizei - Verwaltung in in Berlin , dann Kompanie-Chef bei der Schutzpolizei in Treptow
12.09.1937: Mitglied der SS als SS-Obersturmführer
1939-1941: SS-Ostuf, Chef, 8. (MG) Kompanie, SS-Polizei-Schützen-Regiment 1, 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
10.06.1940: WIA
1941-1942: SS-Hstuf, Chef, 2. Kompanie, SS-Polizei-Infanterie-Regiment 1, 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
15.01.1942-15.02.1942: Bataillonskommandeur-Lehrgang, Chalons sur Marne, France
16.03.1942-00.06.1942: SS-Hstuf, Chef, 1. Kompanie, SS-Polizei-Grenadier-Regiment 1, 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
Juni 1942-15.07.1942: SS-Hstuf, Kdr, II. Bataillon, SS-Polizei-Grenadier-Regiment 1, 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
16.07.1942-04.09.1942: SS-Hstuf, Kdr, III. Bataillon, SS-Polizei-Grenadier-Regiment 1, 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
05.09.1942-25.02.1943: SS-Hstuf, Kdr, I. Bataillon, SS-Polizei-Grenadier-Regiment 1, 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
25.02.1943: SS-Stubaf, SS-Brigade "Schuldt', WIA
16.03.1943-28.05.1943: SS-Stubaf, Führer, Polizei-Infanterie-Ersatz-Bataillon
15.06.1943-22.10.1943: SS-Stubaf, Kdr, III. Bataillon, SS-Polizei-Panzergrenadier-Regiment 3, Kampfgruppe "Reifflin", 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
23.10.1943-12.03.1944: SS-Stubaf, Kdr, SS-Polizei-Panzergrenadier-Regiment 3, 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
10.03.1944: SS-Ostubaf, WIA at Petschur
12.03.1944: An seinen Verwundungen verstorben im Lazarett Dorpat, Estonia

Dietrichs Ritterkreuz-Vorschlag:

„Nach den schwierigen, aber erfolgreichen Verteidigungskämpfen in der Newa-Biegung im Zeitraum vom 19. bis 25.09.1942 wurde das II./SS-Pol.-Schützen-Regt. 1 unter dem Kommando von Hauptmann Dietrich (das sich am Brennpunkt der Kämpfe befunden hatte und stark geschwächt war) durch das III. Bataillon abgelöst.

Nach einer kurzen Pause erneuerte der Feind am Abend des 30.08.1942 seine energischen Ausbruchsversuche. Dabei wurde er von Panzern, Bombern, Bodenangriffsflugzeugen und Jagdflugzeugen unterstützt. Vor allem aber verfügte er über reichlich Artillerie aller Art und ebenso reichlich Munition, die in einem Ausmaß verbraucht wurde, das mit dem des Ersten Weltkriegs vergleichbar war. Mit dieser Unterstützung starteten in den folgenden Tagen ständig neue Wellen feindlicher Infanterieangriffe gegen die Stellungen des III./1. Das ursprüngliche Ziel des Feindes war es, die Straßen- und Eisenbahnbrücke über den nördlichen Tossna-Fluss einzunehmen und von dort aus in Richtung Mga und zu den Entsatzstreitkräften außerhalb des Leningrader Kesselrings vorzustoßen.

Zunächst gelang es, mehrere feindliche Panzerangriffe abzuwehren und dabei blutige Verluste zuzufügen. Vereinzelte feindliche Durchbrüche wurden in erbitterten Nahkämpfen zerschlagen. Mit Unterstützung von Panzern gelang es dem Feind jedoch schließlich in den frühen Morgenstunden des 04.09.1942, die westliche Stellung des III. Bataillons zu durchbrechen. Gleichzeitig schoben sie starke Reserven durch die Bresche tief in das eigene Gebiet vor. Hauptmann Dietrich erkannte sofort die Gefahr, dass die Russen weiter vorstoßen und damit die Front des gesamten Bataillons zusammenbrechen lassen würden. Ein sofortiger Gegenangriff der eigenen Truppen scheiterte am schweren Abwehrfeuer der feindlichen Panzer. Wie immer während dieser Kampftage waren alle Kommunikationsverbindungen unterbrochen.

Trotz des starken Artillerie- und Katjuscha-Feuers eilte Hauptmann Dietrich persönlich mit einer Handvoll Mann aus seinem Stab zum Durchbruchspunkt. Unterwegs schickte er Teile der III./I.R. 435, um sofort den Weg zur Kirow-Eisenbahnlinie zu blockieren, und befahl ihnen, jeden Vorstoß der feindlichen Truppen nach Süden unter allen Umständen zu stoppen.

Nachdem Hauptmann Dietrich eine große Anzahl von Nachzüglern zusammengetrommelt hatte, startete er mit diesen Kräften sowie einem Teil der 10. Kompanie einen flankierenden Gegenangriff. In erbitterten Nahkämpfen, die letztlich mit Handgranaten und Spaten ausgetragen wurden, konnten die Russen zurückgeschlagen und die Bresche geschlossen werden.

Die wiederholten feindlichen Angriffe gingen weiter. Erneut unterstützt durch Panzer und schweres Trommelfeuer gelang es den Russen bereits am nächsten Tag, den linken Flügel des III. Bataillons zu durchbrechen. Alle Offiziere im Bereich des Durchbruchs fielen, und ihre Einheiten wurden vollständig zerschlagen. Zwischen dem II. und III. Bataillon klaffte nun eine Lücke von 300 Metern. Reserven oder besetzte Verzögerungsstellungen waren in diesem Gebiet nicht vorhanden. Die Russen erkannten schließlich die sich ihnen bietende Gelegenheit und drangen weiter vor. Feindliche Elemente befanden sich bald im Rücken des noch intakten rechten Flügels des II. Bataillons entlang der Kirowbahn. Die Russen rückten mit starken Reserven vor und brachen den rechten Flügel des Regiments zusammen. Mehrere eigene Gegenangriffe scheiterten am starken feindlichen Abwehrfeuer.

Unbeirrt und seiner Pflicht bewusst leitete Hauptmann Dietrich in diesen entscheidenden Stunden seine Gegenmaßnahmen ein. Er startete mit den verfügbaren Elementen seines Bataillons einen Vorstoß entlang der Kirowbahn und konnte trotz erbitterter Nahkämpfe und entschlossener feindlicher Aktionen Fortschritte erzielen. Nachdem er starke feindliche Elemente zerschlagen hatte, gelang es ihm, die Lücke in der Frontlinie zu schließen, den Kontakt zum II. Bataillon wiederherzustellen und die Hauptkampflinie neu aufzubauen.

Die erfolgreiche Abwehr der feindlichen Angriffe in diesen Tagen und insbesondere während der entscheidenden Gefechte am 04. und 05.09.1942 war vor allem dem außerordentlich tapferen Einsatz von Hauptmann Dietrich zu verdanken. Fast alle Maschinengewehre und Gewehre waren aufgrund der starken Verschmutzung durch das feindliche Trommelfeuer außer Gefecht gesetzt, und auch die meisten Mörser waren nicht mehr einsatzfähig. Handgranaten und Spaten waren im Großen und Ganzen die einzigen verfügbaren Waffen.

Bei seinen unaufhörlichen Angriffen entlang dieser schmalen Front verlor der Feind etwa 10.000 Mann an Verlusten. Außerdem wurden 13 feindliche Panzer zerstört oder außer Gefecht gesetzt.

Der erhebliche und (vorerst) letzte Versuch des Feindes, die Eisenbahnbrücke über die Tossna zu erobern und damit eine entscheidende Grundlage für die Entlastung Leningrads zu schaffen, war gescheitert. Dies ist in erster Linie auf die heldenhaften Taten von Hauptmann Dietrich und seinen Infanteristen zurückzuführen. Trotz massiver körperlicher Anstrengungen gelang es Hauptmann Dietrich stets, seine Männer durch sein persönliches Beispiel zu inspirieren und so dafür zu sorgen, dass der Feind große Verluste an Menschen und Material erlitt.

Aufgrund seiner herausragenden Führungsqualitäten sowie seiner persönlichen Tapferkeit in den entscheidenden Momenten halte ich Hauptmann Dietrich für voll und ganz würdig, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet zu werden.“

Extrem seltenes Verleihungsdokument dieses tapferen Ritterkreuzträgers der Waffen - SS. 

Wie bei allen Waffen - SS Offizieren, die gleichzeitig einen Polizeidienstgrad innehatten, wird in der Urkunde der Polizeidienstgrad (Hauptmann) genannt.





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