10 Preußen: Roter Adler Orden - Satz 1. Klasse in Brillanten
Das Kreuz 1. Klasse in Brillanten. Gold und Emaille, an schöner, genähter Original-Schärpe. Auf dem unteren Kreuzarm das Herstellerzeichen: "J.WAGNER & S." und das Datum "28.4.09."
Der Medaillonreif und der Bandring mit Simili-Brillanten besetzt. Die Similisteine rückseitig wie in dieser Zeit üblich foliert. Der Rote Adler im Medaillon separat aufgelegt. Das transluzide rote Emaille mit fein guillochiertem Untergrund.
Prachtexemplar in feinster Juweliersqualität und absolut unbeschädigtem Erhaltungszustand.
Der Bruststern zur 1.Klasse in Brillanten Silber, das Medaillon Gold und Emaille. Der Sternkörper und das Medaillon vollständig mit Simili - Brillanten besetzt. Die Similisteine rückseitig wie in dieser Zeit üblich foliert. Die Steine des inneren Medaillonreiffs sind Diamanten.
Der Rote Adler im Medaillon separat aufgelegt. Das transluzide rote Emaille mit fein guillochiertem Untergrund. Die Goldbuchstaben der Ordensdevise "SINCERE ET CONSTANTER" separat in Gold auf den gewölbten Schriftreif aufgelegt und ziseliert.
Die aufwendige Fassung rückseitig durchbrochen gearbeitet und goldplattiert. Der Stern ist, wie bei den preußischen Brillantorden üblich, beweglich gearbeitet. Dazu befinden sich an den zum Reversmedaillon zeigenden Enden der acht längsten Sternstrahlen Scharniere, die ein Nachfedern der Strahlenbündel ermöglichen. Auf dem rückseitigen Schraubmedaillon das gravierte Herstellerzeichen: "J.WAGNER &n S." und das Datum "28.4.09.".
Das letzte Modell der 1. Klasse mit Brillanten (1855 – 1918) wurde insgesamt 142 mal verliehen. Der Stellenwert der Brillantdekoration wird deutlich, wenn man diese Zahl mit den Verleihungszahlen des in der preußischen Ordenshierarchie weit höher stehenden Schwarzen Adler Ordens vergleicht, dessen Ordenskette allein unter Wilhelm II. (1888 – 1918) 161 mal verliehen wurde. Die Verleihungen ohne Kette waren mit 335 Exemplaren noch wesentlich häufiger.
Die Sparsamkeit bei der Verleihung der Brillantdekorationen ist darin begründet, dass sie in der Regel beim Roten Adler Orden 1. Klasse in Brillanten einen Wert von 6000,– Reichsmark verkörperten. Die zur Herstellung privilegierten Hersteller (Wagner & Sohn und Gebrüder Friedländer) waren von höchster Stelle angehalten bei Rücklieferung diese Beträge an die Berechtigten auszuzahlen und die Dekorationen durch solche mit Simili - Steinbesatz zu ersetzten.
Da eine Ordensverleihung in Brillanten von den preußischen Monarchen stets auch als indirekte finanzielle Zuwendung gedacht war (die Brillantdekorationen waren nicht rückgabepflichtig), machten viele Träger von dem Recht Gebrauch die echten Steine beim Hersteller durch Simili-Brillanten ersetzen und sich den Gegenwert ausbezahlen zu lassen.
Die im Familienbesitz verbliebenen Dekorationen der Träger, die ihre Orden mit echten Steinen belassen hatten, wurden vielfach nach deren Ableben von den Erben veräußert. Dabei kam es in den seltensten Fällen dazu, dass die Orden bei den ursprünglichen Herstellern in der oben geschilderten Weise ausgetauscht wurden.
Zumeist wurden die Dekorationen an Juweliere verkauft, die die Orden „ausschlachteten“ und die Fassungen dabei zerstörten, da zu deren Erhaltung keine Notwendigkeit bestand. Weder mussten die Ordensdekorationen an die Generalordenskommission zurückgeliefert werden, noch gab es zu dieser Zeit einen Sammlermarkt.
Es haben sich nur ganz wenige vollständige Sätze dieses Ordens erhalten.
Beide Stücke zusammen im wunderschönen Originaletui für einen regulären Satz 1. Klasse aus rotem Leder, der Deckel mit feiner Goldprägung.
Bedeutender Prachtsatz in feinster Juweliersqualität der Berliner Hofjuweliere Wagner & Sohn und absolut unbeschädigtem Erhaltungszustand.
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