29 Orden vom Weißen Adler
Bruststern zum Ordenskreuz aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. Silber, teilweise vergoldet. Die Ordensdevise "PRO FIDE REGE ET LEGE" separat in Goldbuchstaben aufgelegt. Die Kreuzarme als kannelierte Silberplättchen mit in Gold aufgelegter, rot emaillierter Einfassung. Der Untergrund des Emailles mit feiner Guillochierung, In den Winkeln mit goldenen Stiften befestigt.
Die geflammten Strahlenbündel der Sterne durch rückseitigen Stahlfedermechanismus mit entsprechenden Scharnieren beweglich gearbeitet. An den Sternspitzen kleine Ösen zum Annähen auf den Rock, bzw. die Uniform.
Einige Sternspitzen abgebrochen, das Emaille mit geringfügigen alters- und tragebedingten Absplitterungen.
Władysław IV. Wasa versuchte im Jahr 1634, einen Orden "Zur unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria" zu gründen. Der Entwurf des Ordenszeichens erinnert an den späteren Orden vom Weißen Adler. Man beruft sich auf eine angebliche Gründung des Königs Władysław I. Ellenlang aus dem 14. Jahrhundert, die eher in den Bereich der Legende zu verweisen ist. Das Projekt stößt als Verletzung des Prinzips der Gleichheit unter dem Adel auf heftigen Widerstand des kleineren Adels und muss fallengelassen werden. König August der Starke wurde 1704 vom Schwedenkönig Karl XII. zum Verzicht auf den polnischen Thron gezwungen und flieht nach Dresden. Stanislaus I. Leszczyński wird zum neuen König von Polen gewählt. August verhandelt 1705 in Tykocin, einem Schloss im damaligen Mittelpolen, mit dem Zaren Peter I. und einer Gruppe polnischer Gegner Karls XII. Zur Belohnung seiner Anhänger stiftet er die erste Medaille des Weißen Adlers in der oben beschriebenen Form, die an acht Personen, darunter vier polnische Magnaten, drei russische Feldmarschälle (u. a. Peter von Lacy ) und einen Ataman der Kosaken ausgeteilt wird.
August der Starke stirbt im Jahre 1733. Bis zu seinem Tode hat er nur etwa 40 Ritter des Weißen Adlers ernannt. Von 1733 bis 1763 regierte der August III., Sohn von August des Starken. Der allmächtige Minister Heinrich Graf von Brühl regiert in Polen und Sachsen. Der Orden vom Weißen Adler wird zu einem Handelsobjekt, man kann die Ritterwürde für 10 000 polnische Gulden bei Brühl erkaufen. Etwa 330 Verleihungen werden vorgenommen, davon 160 im letzten Jahrzehnt der Regierung August III. Am 25. November 1764 Tag der Krönung Stanisław Poniatowskis wurden nur drei neue Ritter ernannt - Fürst Adam Kazimierz Czartoryski, Fürst Michał Poniatowski, Bruder des neuen Königs, und der russische Botschafter, Fürst Nikolaj Repnin. Unter der Regierung des letzten Königs von Polen, Stanisław II. August entstehen 1777 die ersten Satzungen des Ordens. Die Zahl der Ordensritter wird auf 150 beschränkt, ausgenommen "Uns, den Großmeister, Herren und Fürsten, die in fremden Ländern regieren, verdiente und redliche Ausländer oder solche, die Uns besonders empfohlen werden, und letztendlich Ritter, die von Unseren Vorgängern ernannt worden sind". Der Ordenskandidat musste acht adlige Ahnen auf Schwert- und Spindelseite vorweisen. Ein Ordenskapitel mit Kanzler, Vizekanzler, Almosenier und Schatzmeister wurde geschaffen. Bei der Aufnahme in den Orden sollten die Ritter 50 polnische Gulden (Złoty ) entrichten, die jährliche Abgabe für Wohltätigkeitszwecke betrug neun Gulden, davon ein Gulden für Begräbniskosten der verstorbenen Ritter. 1789 wurde die Aufnahmegebühr auf die hohe Summe von 100 polnischen Gulden erhöht. In diesem Jahre entstand das Projekt der Stiftung einer zweiten Klasse des Weißen Adlers und des Stanislausordens, die aus Halsdekorationen bestehen sollte und keinen Bruststern hatte. Dieses wurde nicht mehr verwirklicht.
Der König von Sachsen und Herzog von Warschau Friedrich August I. ernannte 1807, nach zwölfjähriger Pause, zwei neue Ritter des Ordens. Der Orden wurde im Herzogtum Warschau sehr spärlich vergeben, insgesamt gab es bis 1815 etwa zehn Verleihungen. Kaiser Alexander I. ernannte 1815 als König von Polen acht neue, ausschließlich polnische, Ritter Von 1819 bis 1828 wurden etwa 40 Ritter werden ernannt, davon nur zwei Polen, die restlichen 38 waren Russen. Nach der Niederlage des polnischen Novemberaufstandes von 1831 wird der Orden dem russischen Ordenssystem durch einen Ukas des Zaren Nikolaus I. einverleibt (siehe oben ). Bis 1916 wird der Orden an sehr viele Personen (um 1200) verliehen, unter ihnen nur 66 Polen, russische und österreichische Untertanen. Im wiedererstandenen Polen (Zweite Republik ) legte man dem Reichsverweser Józef Piłsudski 1920 ein Projekt der Neustiftung des Weißen Adlers vor. Die Auszeichnung soll fünf übliche Klassen haben, das Aussehen des Ordens an die Dekorationen seiner Frühzeit anknüpfen, die Devise Pro fide, lege et grege lauten, die Schärpe soll weiß sein. Dieses Projekt wird nicht verwirklicht. Der Orden wurde am 15. März 1921 wiederhergestellt (siehe oben ); von 1921 bis 1938 werden nur 24 polnische Ritter ernannt. 1924 wurde ein Ordenskapitel geschaffen. Die Ordensbeamten sind Kanzler, Sekretär und Schatzmeister. Als Großmeister fungiert kraft seines Amtes der jeweilige Staatspräsident. Bis 1945 verleiht die polnische Exilregierung in London den Weißen Adler an einige ausländische Persönlichkeiten.
Es werden keine neuen polnischen Ritter ernannt, der jeweilige Staatspräsident von Polen im Exil besitzt den Orden kraft seines Amtes. Im kommunistisch regierten Polen wird der Orden nicht mehr verliehen, befindet sich aber im Verzeichnis der staatlichen Auszeichnungen, da viele Ritter noch leben. Nach langen Diskussionen im Kreise der kommunistischen Machthaber über die Wiederbelebung des Ordens vom Weißen Adler wurde er schließlich 1974 nicht erneuert. Stattdessen schafft man den fünfklassigen Verdienstorden der Republik Polen, der am Bande des Weißen Adlers getragen wird. Im Dezember 1990 wird Lech Wałęsa in den ersten freien Präsidentschaftswahlen nach 1945 als Staatspräsident gewählt. Der letzte Londoner Exilpräsident Ryszard Kaczorowski übergibt ihm in einer feierlichen Zeremonie die alten Präsidentschaftsinsignien mit Insignien des Ordens vom Weißen Adler. Der Orden wurde am 16. Oktober 1992 wiederhergestellt.
Hochbedeutender früher Bruststern in fantastischer Qualität und in Anbetracht des Alters guter Erhaltung.
Orden von allergrößter Seltenheit.
138 x 129 mm.