156 Ernst Heilemann - Porträt Adolf Hitler, 1928
Öl auf Leinwand. Am linken unteren Rand signiert: "Ernst Heilemann nach d. Leben 1928".
Sitzende Pose auf einem Stuhl, seitlich Hakenkreuzfahne.
Auf der Rückseite des Gemäldes befindet sich folgende Inschrift: "Enst Heilemann fecit 1928" sowie: "Besitzer: Edwin Bechstein, Berlin, Johannesstr.6 (Rücklieferung)".
Es handelt sich bei diesem Gemälde um das früheste bekannte Porträt Hitlers für welches er persönlich Modell gesessen hat. Das Hitler im Atelier Heilemann Porträt gesessen hat wird in den Tagebüchern von Joseph Goebbels erwähnt.
Das Gemälde ist auf dem Buchtitel Markus v. Hänsel - Hohenhausen: Hitler und die Aufklärung: Der philosophische Ort des Dritten Reiche, als Illustration verwendet worden.
Das Gemälde wurde von dem bekannten Klavierfabrikanten Edwin Bechstein 1928 in Auftrag gegeben.
Helene und Edwin Bechstein, aus der bekannten Klavierbauer - Dynastie, gehörten zu den frühen Freunden und Förderern Adolf Hitlers. Die glühenden Nationalsozialisten unterstützten Adolf Hitler und die NSDAP sowohl finanziell, als auch durch die Vermittlung gesellschaftlicher Kontakte. So stellte Helene Bechstein beispielsweise wertvolle Juwelen und Schmuck als Sicherheit für ein Darlehen in Höhe von Sfr. 60.000,-- zur Verfügung, das es Hitler ermöglichte den "Völkischen Beobachter" zu erwerben.
Bedeutendes und mit dieser Provenienz und Geschichte museales Porträt und hervorragend für eine wissenschaftliche Ausstellung zum Thema "Führerkult" geeignet.
Ernst Heilemann (geboren 8. August 1870 in Berlin; gestorben 9. April 1936 in Kitchener, Ontario) war ein deutscher Maler und Zeichner, Graphiker und Karikaturist, der für seine „humorvollen Texte mit ihren kleinen Anzüglichkeiten“[2] bekannt war.
Biografie
Heilemann studierte kurz an der Akademie der Künste in Berlin und schulte sich dann autodidaktisch auf Studienreisen durch Italien, Frankreich, Großbritannien und Nordamerika weiter. Anschließend arbeitete er in Berlin als Zeichner für die Zeitschriften Jugend, die Meggendorfer Blätter, die Lustigen Blätter und den Simplicissimus. Er wohnte am Schleswiger Ufer 17.
„Im Schaffen des Berliner Künstlers gab es zwei Schwerpunkte. Im Winter waren dies Werke zum Berliner Karneval und im Sommer solche, die sich thematisch dem Badeleben in Bansin widmeten.“
Sein lockerer und zugleich photographisch genauer Malstil hat einen hohen Wiedererkennungswert. Beim Simplicissimus, für den er zwischen 1898 und 1912 fast 190 Zeichnungen lieferte, trat er damit in die Fußstapfen des früh verstorbenen Ferdinand von Rezniček. Warum die Zusammenarbeit mit dieser Zeitschrift nicht anhielt, ist unbekannt. Wie Rezniček stellte Heilemann das mondäne großstädtische Leben in lasziven Situationen dar und war damit ein Chronist der rauschenden Feste Berlins. Er verstand es, insbesondere seinen Frauenporträts eine besondere Ausstrahlung zu geben. Daneben war er auf die großbürgerliche Sommerfrische in den Seebädern der Ostsee spezialisiert. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hielt er sich im Sommer regelmäßig in Bansin an der Ostsee auf. 1922 erwarb er dort eine Villa.
Er war befreundet mit den Künstlern Ignatius Taschner, dessen Totenmaske er abnahm, und Eduard Thöny, den er porträtierte.
Neben seinen Illustrationen – auch für Buchverlage wie Hans Bondy, Berlin, S. Fischer und den Ullstein Verlag arbeitete er als Figuren-, Bildnis- und Landschaftsmaler. Von 1900 bis 1904 war er an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Leiter der Abendklasse für "Kopfzeichnen nach der Natur". 1905 war er auf der Biennale von Venedig vertreten. Ernst Heilemann war Mitglied im Deutschen Künstlerbun. 1926–1936 war er Mitglied im Verein Berliner Künstler.
Heilemann fertigte im Mai 1929 eines von mehreren Porträts von Adolf Hitler an, der dafür sein Atelier aufsuchte.
Alfred Edwin Bechstein (* 11. Februar 1859 in Berlin; † 15. September 1934 in Berchtesgaden) war der Sohn eines Klavierfabrikanten. Zusammen mit seiner Frau Helene war er ein Unterstützer sowie ein früher Finanzier Adolf Hitlers.
Zusammen mit seinen jüngeren Brüdern Carl Friedrich Wilhelm (1860–1931) und Johannes „Hans“ Max (1863–1905) übernahm Edwin Bechstein im Jahre 1900 nach dem Tode des Vaters Carl Bechstein dessen Pianoforte-Fabrik in Berlin. Edwin leitete den Instrumentenbau, während Carl die Geschäfte leitete. Johannes starb bereits 1906.
Nach einem Streit mit seinem Bruder ließ Edwin Bechstein sich 1916 seinen Anteil am Unternehmen auszahlen und schied aus der Gesellschaft aus. Als die Fabrik 1923 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, kauften Edwin Bechstein und seine Frau Helene, die durch antisemitische Äußerungen aufgefallen war, sich jedoch wieder in das Unternehmen ein.
Bechstein war ebenso wie seine Frau ein Verehrer Adolf Hitlers. Während dessen Festungshaft in Landsberg besuchte er ihn insgesamt sechs Mal. Nach der Entlassung aus der Festungshaft kaufte sich Hitler 1924 einen Pkw von Benz & Cie. Er bezahlte dieses Fahrzeug aus einem Kredit, für den Edwin Bechstein nicht nur bürgte, sondern den er auch zurückzahlte.
Bechsteins Berliner Wohnung diente am Ende der Weimarer Republik auch konspirativen Zwecken. So traf sich Hitler am 29. Januar 1933, einen Tag vor der „Machtergreifung“ dort mit Generaloberst Kurt von Hammerstein-Equord, dem Chef der Heeresleitung.
Nachdem Bechstein am 15. September 1934 in Berchtesgaden gestorben war, wurde die Leiche nach Berlin überführt, wo Bechstein am 20. September in einem Staatsbegräbnis in Anwesenheit Hitlers und führender NSDAP-Politiker, wie Reichsinnenminister Wilhelm Frick und Max Amann, auf dem Sophienfriedhof II in Berlin-Mitte beigesetzt wurde.
Helene Bechstein, geborene Capito (* 21. Mai 1876 in Düsseldorf; † 20. April 1951 in Berchtesgaden) war die Ehefrau des Pianofabrikanten Edwin Bechstein und eine Gönnerin und Verehrerin Adolf Hitlers. Bechstein lernte Hitler schon 1921 kennen, unterstützte ihn finanziell und führte ihn in die Gesellschaft ein.
Helene Bechstein war mit Edwin Bechstein verheiratet, einem Sohn Carl Bechsteins, der Inhaber der C. Bechstein Pianofortefabrik war. Das Paar hatte zwei Kinder: Edwin und Liselotte; sie war Winifred Wagner mütterlich verbunden. Über Dietrich Eckart lernten die Bechsteins Adolf Hitler im Juni 1921 in ihrer Berchtesgadener Villa kennen. Helene Bechstein wurde schließlich eine sehr frühe Verehrerin Hitlers. Während seiner Festungshaft 1923/1924 in Landsberg am Lech besuchte sie ihn oft und gab sich einmal auch als seine Adoptivmutter aus. Sie führte den nicht sehr stilsicheren Hitler in die bessere Gesellschaft in Berlin ein und verhalf ihm mit Hilfe von Elsa Bruckmann und Winifred Wagner zu einem neuen Image, u. a. unterrichtete sie ihn in Tischmanieren und ließ ihn neu einkleiden. In ihrem Berliner Salon wurde Hitler mit vielen einflussreichen Persönlichkeiten wie z. B. Familie von Hammerstein und General Kurt von Schleicher bekannt.
Bechstein und Hitler beschenkten sich gegenseitig, so erhielt Hitler nach eigenen Angaben von ihr einen Hund samt Hundepeitsche und sie ihrerseits von ihm angeblich das Originalmanuskript von Mein Kampf. Helene Bechstein nannte Hitler „Wölfchen“ und hätte ihn gern als Sohn gehabt. Die Bechsteins unterstützten Hitler mit großen Geldsummen und bürgten oft für hohe Kredite. Auch finanzierten sie erste Ausgaben der Parteizeitung Völkischer Beobachter. Über die Bechsteins kam Hitler auch mit dem Obersalzberg in Berührung, wo er sich 1933 das zuvor von ihm gemietete Haus Wachenfeld kaufte. Hieraus wurde später der Berghof.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhielt sie am 20. Dezember 1934 durch Hitler das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP.
Nach der Kapitulation 1945 wurde die Firma C. Bechstein samt der Bechstein-Aktien von den Alliierten in der US-Besatzungszone beschlagnahmt. Erst 1951 durfte die Firma wieder mit dem Klavierbau beginnen. Helene Bechstein selbst wurde zu 60 Tagen Zwangsarbeit verurteilt und ihr wurden 30 % ihres Vermögens entzogen, weil sie als „Nazi-Aktivistin“ eingestuft wurde.
Einige Teile der Kunstwerke aus der Privatsammlung von Helene Bechstein befinden sich gegenwärtig in Russland als Teil der Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg.
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