108 Rußland: Infanterie-Offizierssäbel, Modell 1865
Infanterie-Offizierssäbel, Modell 1865
Die Klinge besteht aus poliertem Stahl und ist auf beiden Seiten mit einer breiten Hohlkehle versehen, die sich zur Spitze hin verjüngt. Der Klingenrücken ist flach. Die Klinge ist zweischneidig und besitzt eine Rückenspitze.
Das Gefäß ist geschlossen und besteht aus stark vergoldetem Messing. Der Handschutz bildet einen gleichmäßigen Bogen, der mit der Griffkappe verbunden ist. Der hintere Arm des Handschutzes ist zur Klinge hin geneigt und endet in einem dekorativen tropfenförmigen Abschluss. Der Knauf besitzt eine ovale Griffkappe mit einer gewölbten Oberseite, in der der Klingenangel vernietet ist.
Der Griffkern besteht aus Holz, ist quer geriffelt und mit dunkelbraunem Leder bezogen, das mit doppelt verdrilltem Messingdraht umwickelt ist.
Der mittlere Teil des Handschutzbogens, die Griffkappe sowie der tropfenförmige Abschluss sind mit pflanzlichen Ornamenten verziert. Zwischen Handschutz und Klinge befindet sich eine Lederscheibe.
Die Scheide besteht aus poliertem Stahlblech und besitzt zwei Trageringe mit beweglichen Tragebügeln. Das Mundblech ist aus vergoldetem Messing und auf der Rückseite verschraubt. Das Schleppblech ist schmal; der vordere Arm ist verlängert und der Absatz durch den langen Gebrauch abgeschliffen. Scheide mit starkenKorrosionspuren.
Länge des Säbels: 970 mm
Gesamtlänge des Säbels in der Scheide: 998 mm
Markierungen
Am Klingenansatz befindet sich auf der Außenseite das eingeschlagene Zeichen des Fabrikmeisters – der Buchstabe „W“ in einem Kreis – sowie eine dekorative Kartusche mit der geätzten Inschrift:
„1862 LONDINI HONORIS CAUSA“
(Honoris causa ist Latein und bedeutet „zur Ehre“ oder „ehrenhalber“.)
Außerdem ist die Bezeichnung der Waffenfabrik Zlatoust, Klasse XI, angebracht.
Auf der Klinge ist das Monogramm von Zar Alexander II. Romanow eingeätzt: „A II“ unter einer Krone.
Am Klingenansatz befindet sich außerdem auf der Außenseite das eingeschlagene Zeichen „J“ in einem Kreis.
Auf der Klinge ist das kaiserliche Wappen des Russischen Reiches dargestellt – der doppelköpfige Adler unter der Kaiserkrone.
Beide Klingenseiten sind mit geätzten Pflanzenornamenten verziert, in die Elemente von Kavalleriewaffen eingearbeitet sind.
Auf dem Klingenrücken befinden sich die geätzte Signatur der Waffenfabrik Zlatoust sowie die Jahreszahl 1867.
Auf einer Klingenseite ist außerdem das Abzeichen des Ordens des Heiligen Andreas des Erstberufenen eingraviert. Dieser Orden wurde am 10. Dezember 1698 von Zar Peter dem Großen gestiftet und war bis 1917 die höchste Auszeichnung des Russischen Reiches.
Die reiche Verzierung der Klinge nimmt Bezug auf die Weltausstellung in London (International Exhibition), die in South Kensington stattfand.
Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft der Londoner Kunstgesellschaft und präsentierte die kulturellen, wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften der Länder und Völker der Welt.
Sie dauerte vom 1. Mai bis zum 1. November 1862, erstreckte sich über eine Fläche von fast 19 Hektar, wurde von mehr als 29.000 Unternehmen beschickt und von über sechs Millionen Menschen besucht.
Die Ausstellung war eine eindrucksvolle Präsentation des Fortschritts während der Industriellen Revolution.