Deutsches Reich 1933 - 1945Zeitgeschichtliche Objekte

147 Adolf Hitler: Kristallkaraffe - Geschenk an Lotte (Helene) Bechstein

Geschliffenes Kristal, der Hals in Silber montiert und mit gravierter Widmung:

"Meiner lieben Lotte in herzl. Verehrung Wolf - 24 / Dez. 1929"

Am unteren Rand des silbernen Halses Silberstempel "800", Krone und Halbmond sowie die Nummer "32"

Adolf Hitler bezeichnete vor allem Lotte Bechstein (eigentlich Helene Bechstein) mit dem Kosenamen Lotte. Sie war die Frau des Klaviermeisters Edwin Bechstein und eine enge Gönnerin und Vertraute aus dem frühen nationalsozialistischen Umfeld in den 1920er Jahren. Helene Bechstein wiederum nannte Adolf Hitler "Wolf".

Helene und Edwin Bechstein, aus der bekannten Klavierbauer - Dynastie, gehörten zu den frühen Freunden und Förderern Adolf Hitlers. Die glühenden Nationalsozialisten unterstützten Adolf Hitler und die NSDAP sowohl finanziell, als auch durch die Vermittlung gesellschaftlicher Kontakte. So stellte Helene Bechstein beispielsweise wertvolle Juwelen und Schmuck als Sicherheit für ein Darlehen in Höhe von Sfr. 60.000,-- zur Verfügung, das es Hitler ermöglichte den "Völkischen Beobachter" zu erwerben.

Helene Bechstein, geborene Capito (* 21. Mai 1876 in Düsseldorf; † 20. April 1951 in Berchtesgaden) war die Ehefrau des Pianofabrikanten Edwin Bechstein und eine Gönnerin und Verehrerin Adolf Hitlers. Bechstein lernte Hitler schon 1921 kennen, unterstützte ihn finanziell und führte ihn in die Gesellschaft ein.

Helene Bechstein war mit Edwin Bechstein verheiratet, einem Sohn Carl Bechsteins, der Inhaber der C. Bechstein Pianofortefabrik war. Das Paar hatte zwei Kinder: Edwin und Liselotte; sie war Winifred Wagner mütterlich verbunden. Über Dietrich Eckart lernten die Bechsteins Adolf Hitler im Juni 1921 in ihrer Berchtesgadener Villa kennen. Helene Bechstein wurde schließlich eine sehr frühe Verehrerin Hitlers. Während seiner Festungshaft 1923/1924 in Landsberg am Lech besuchte sie ihn oft und gab sich einmal auch als seine Adoptivmutter aus. Sie führte den nicht sehr stilsicheren Hitler in die bessere Gesellschaft in Berlin ein und verhalf ihm mit Hilfe von Elsa Bruckmann und Winifred Wagner zu einem neuen Image, u. a. unterrichtete sie ihn in Tischmanieren und ließ ihn neu einkleiden. In ihrem Berliner Salon wurde Hitler mit vielen einflussreichen Persönlichkeiten wie z. B. Familie von Hammerstein und General Kurt von Schleicher bekannt.

Bechstein und Hitler beschenkten sich gegenseitig, so erhielt Hitler nach eigenen Angaben von ihr einen Hund samt Hundepeitsche und sie ihrerseits von ihm angeblich das Originalmanuskript von Mein Kampf. Helene Bechstein nannte Hitler „Wölfchen“ und hätte ihn gern als Sohn gehabt. Die Bechsteins unterstützten Hitler mit großen Geldsummen und bürgten oft für hohe Kredite. Auch finanzierten sie erste Ausgaben der Parteizeitung Völkischer Beobachter. Über die Bechsteins kam Hitler auch mit dem Obersalzberg in Berührung, wo er sich 1933 das zuvor von ihm gemietete Haus Wachenfeld kaufte. Hieraus wurde später der Berghof.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhielt sie am 20. Dezember 1934 durch Hitler das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP.

Nach der Kapitulation 1945 wurde die Firma C. Bechstein samt der Bechstein-Aktien von den Alliierten in der US-Besatzungszone beschlagnahmt. Erst 1951 durfte die Firma wieder mit dem Klavierbau beginnen. Helene Bechstein selbst wurde zu 60 Tagen Zwangsarbeit verurteilt und ihr wurden 30 % ihres Vermögens entzogen, weil sie als „Nazi-Aktivistin“ eingestuft wurde.

Einige Teile der Kunstwerke aus der Privatsammlung von Helene Bechstein befinden sich gegenwärtig in Russland als Teil der Beutekunst aus dem Zweiten Weltkrieg.

Hochinteressantes persönliches Geschenk Adolf Hitlers an Lotte Bechstein von zeitgeschichtlichem Wert und hervorragend für eine museale Ausstellung geeignet.





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Limit: 3.500,00