Steinschloß Bedeutendes Pistolenpaar von Peniet, Paris aus dem Besitz König Ludwig I. von Etrurien (1773-1803, reg. 1801-1803)

Steinschloss - Pistolenpaar hergestellt von "Peniet à Paris" im originalen Kasten mit aufgelegtem isilbernen Wappen des Königs von Etrurien. Mit komplettem Zubehör.

Francois Peniet wurde 1773 Meister und seine Werkstätten befanden sich im Palais Royal, Cours des Fontaines und ab 1790 in der Rue Neuve du Palais Royal. ( weiteres und näheres zu F. Pienet siehe „Eugène Heer (Hrsg.):Der Neue Stöckel – Journal Verlag Schwend GmbH, Seite 934)

Historisch bedeutendes und interessantes Pistolenpaar von außerordentlich feiner Qualität.
Die Pistolen, welche sich in einem sehr schönen qualitativ hochwertigen Gesamtzustand präsentiert, befindet sich in einem edlen Holzkasten. Der Deckel mit aus Silber gefertigtem, gravierten Wappenschild der Könige von Etrurien.
Innseitig mit grünem Stoff ausgeschlagen.
Das Zubehör umfaßt eine Pulverflasche mit Korpus aus Horn in feinster Qualität, sowie Ladehammer, Reinigungsstock, Schraubendreher, Geschossgießzange; Ladestöcke, Ersatzpistons, Ölbüchse, metallener T- förmig ausgearbeiteter Stock mit Gewinde zum Aufschrauben von Krätzer usw.
Die diagonal zueinander angeordneten zwei Fächern links oben und rechts unten bilden Stauraum für diverses Werkzeug wie Krätzer usw. aber auch für die Geschosse und Zündhütchen.
Der Kasten selbst ist anschließbar mit vorhandenem Schlüssel. Das Schlüsselloch selbst wird durch einen ovalen eisernen Beschlag geschützt.
Der Deckel trägt mittig eingelassen ein rechteckiges Schild aus Silber auf dem das Königs - Wappen, umrahmt von Kriegstrophäen, eingebracht ist.

Die Pistolen selbst haben eine blanke Schwanzschraube, Schlosspartie mit Hahn und Batterie sowie die umseitig befindlichen Schloßschrauben mit fein gearbeiteten Unterlagen, sowie die Abzugspartie bestehend aus Abzug sowie ausladendem Abzugsbügel, Kolbenplatte sowie Ladestockaufnahme und Führungshülse.
Der sechskantige Lauf mit Zügen ist an der Schwanzschraube erhaben gefertigt und verjüngt sich zur Laufmitte hin um zur Mündung hin wieder ausladender gestaltet zu sein.
Die Laufoberfläche ist in einem traumhaften, makellosen, einmaligen tiefblau gehalten und im sichtbaren Bereich mit goldenen Sternen versehen, wobei Kanten durchgehend in Gold gehalten sind. Der Laufansatz bis zum Bereich des ersten Drittels des Laufes mit gravierter Goldfläche mit Dekor im Directoire, bzw. Empire - Stil. Die Goldfläche endet dann in einer explosionsartige gestalteten Zickzackform.
Der Mündungsbereich ist bis zum eingeschobenen Korn in Gold gehalten und nach einer umlaufenden blauen Linie in Korntiefe beginnt eine kurz gehaltenen strahlenförmige Vergoldung welch mit den Spitzen zum Schützen zeigen.
Die nach Absatz spitz zulaufende Schwanzschraube selbst ist blank gehalten, am direkten Laufansatz zur Seite hin mit umlaufenden Linien versehen.
Mittig in Breite der ebenen Laufoberseite befindet sich auf etwas erhabenem Teil die eingelassene schmale Kimme sowie im Anschluß tief eingeschnittene Ranken, Blätter, Zierlinien und Zierrat.
Der Schraubenkopf der Befestigungsschraube aufwendig verziert.
Der Schwanzschraube zum Kolbenhals hin folgend befindet sich ein Daumenblech in ovaler Form mit schmalem Fortsatz nach unten aus Silber, welches mittig in Gold in kursiven Buchstaben die gekrönte Chiffre " L I "  König Ludwig I. von Etrurien (reg. 1801-1803 ) trägt.
Die Schlossplatte, Hahn, Batterie und Batteriefeder mit typische Stilelementen der Napoleonischen Epoche wie Waffentrophäen und Lorbeerzweigen verziert.
Die Pfanne wie auch die Batterie sind mit dezentem Zierrat bzw. Zierlinien versehen, wobei der auf verschiedenen Ebenen geschwungene Hahn eine sehr schön ausgearbeitete Blüte aufweist und in einer doppelten, kettenartigen Linie ausläuft.
Die Befestigungsschraube des Hahnes wie auch die auf der Schlossplatte endenden Schlossschrauben sind als Blüte ausgestaltet. Zwischen Hahn, Pfanne, Batterie und Batteriefeder befindet sich in kursiv geschwungener, eingeschnittener Ausführung zweizeilig der Schriftzug " PENIET A PARIS".
Desweiteren  weist die Schloßplatte Gravuren mit  hinter dem Hahn niedergelegten Kriegstrophäen auf und vor dem Hahn dezent gehaltene Blumenmuster und Ranken in aufgelockerter Gestaltung.
Der geschweifte Abzugsbügel welcher im vorderen Bereich in Breite und Höhe zweifach abgestuft ist im Ansatz mit einem erhabenen Blatt - Strahlenkranz, verziert.
Sämtliche Beschläge mit fein ausgeführtem Dekor.
Die sehr schön mit tiefgeschnittenen Blattornamenten versehenen Schlossgegenschrauben sind ebenfalls mit einer Blattunterlage versehen.
Der Abzug  in gerader senkrecht ausgeführter Gestaltung, wobei der Schaft bereits der Formgebung des Empire entspricht und bis zur Mündung reicht.
Zur Führung des Ladestockes ist an der Unterseite des Schaft eine Aussparung eingebracht, die ungefähr auf Höhe der Mitte des Laufes endet. Die metallene Einschubhülse tonnenartig mit erhabenen Ringen ausgeführt.
Der Kolben ist mit feiner geschnittener "Fischhaut".
Das Kolbenende mit kreisrunder Metallkappe mit Kreismuster mit geschwungenen Flammen versehen.
Der Lauf wird im Vorderschaft durch zwei sogenannte seitlich eingeschobenen Laufkeile gehalten und fixiert.
Der hölzerne Ladestock an der Pistole ist mit Hornabschluss.

Das Königreich Etrurien (franz. Royaume d’Étrurie, ital. Regno di Etruria), bestand zwischen 1801 und 1807 und war einer der Vasallenstaaten des napoleonischen Frankreich.

Es umfasste den größten Teil des vormaligen Großherzogtums Toskana. Sein Name geht zurück auf den alten römischen Namen für das Land der Etrusker: Etruria.

Napoleon hatte 1801 mit Spanien und dem Haus Bourbon-Parma vereinbart, dass das Herzogtum Parma nach dem Tode seines Herzogs Ferdinand an Frankreich fallen sollte, während das Haus Bourbon-Parma mit dem neu zu schaffenden Königreich Etrurien abgefunden werden sollte. Um Platz für die Bourbonen machen zu können, wurde zunächst der habsburgische Großherzog der Toskana, Ferdinand III., mit dem säkularisierten Erzstift Salzburg entschädigt, worauf dann schließlich der parmesische Erbprinz Ludwig I. als „König von Etrurien“ in sein Herrscheramt von Napoleons Gnaden eingesetzt wurde.
Der erste König des neuen Reiches, Ludwig, verstarb jung im Jahr 1803, weshalb seine Witwe, die Infantin Marie Luise von Spanien (1782–1824), Tochter König Karl IV. von Spanien, für ihren noch unmündigen Sohn Karl Ludwig die Regentschaft übernahm.
Am 10. Dezember 1807 jedoch musste die Regentin die Herrschaft niederlegen und durch Senatsbeschluss vom 30. Mai 1808 wurde das Königreich Etrurien zu einem Teil des französischen Kaiserreichs erklärt.
Infolgedessen wurden drei Départements eingerichtet.
Der König und seine Mutter sollten Entschädigungen aus der französischen Eroberung Portugals erhalten, was jedoch durch den Bruch zwischen Napoleon und den spanischen Bourbonen im Jahr 1808 hinfällig wurde.
Bereits 1809 wurde das ehemalige Königreich Etrurien von Napoleon seiner Schwester Elisa als Großherzogtum Toskana überantwortet, die es 1814 wieder an den Großherzog Ferdinand III. zurückgeben musste, während das Haus Bourbon-Parma mit dem Herzogtum Lucca entschädigt wurde.


Einmaliger, historisch hochinteressanter, herausragender Pistolenkasten.

Publiziert in dem Jahreskalender der Waffenfabrik Beretta aus dem Jahr 2000.








Pair of flintlock pistols made by "Peniet à Paris" in the original case with applied silver coat of arms of Louis I. King of Etruria (reigned 1801 - 1803).

Francois Peniet became master in 1773 and his workshops were located in the Palais Royal, Cours des Fontaines and from 1790 in the Rue Neuve du Palais Royal.
( for further and more detailed information on F. Peniet see Eugène Heer (ed.):Der Neue Stöckel - Journal Verlag Schwend GmbH, page 934)

Historically important and interesting pair of pistols of exceptionally fine quality. The pistols, which are conserved in very nice overall condition, are contained in a fine original wooden case. With complete accessories.

The lid with a silver engraved escutcheon of the Kings of Etruria. The interior is lined with green cloth. The accessories include a powder flask with a horn body of the finest quality, as well as a loading hammer, cleaning rod, screwdriver, bullet casting pliers; ramrods, spare pistons, oil can, metal T-shaped rod with thread for screwing on a scabbard, etc.
The two compartments arranged diagonally to each other on the top left and bottom right provide storage space for various tools but also for the bullets and primers.

The box itself can be locked with an existing key. The keyhole itself is protected by an oval iron fitting.
The lid bears a rectangular silver shield in the centre, engraved with the king's coat of arms framed by war trophies.
The pistols themselves have a bright tail screw, lock section with cock and battery as well as the lock screws on the reverse side with finely worked underlays, and the trigger section consisting of the trigger as well as the projecting trigger guard, butt plate as well as ramrod receiver and guide sleeve.

The hexagonal barrel with rifling is raised at the tail screw and tapers towards the middle of the barrel to become more protruding towards the muzzle.
The surface of the barrel is a fantastic, flawless, unique deep blue with gold stars in the visible area and gold edges throughout. The barrel base up to the area of the first third of the barrel with engraved gold surface with decoration in the Directoire, or Empire style.

The gold surface then ends in an explosively designed zigzag shape. The muzzle area is gold up to the inserted front sight, and after a surrounding blue line at the depth of the front sight, a short ray-shaped gilding begins, with the tips pointing towards the shooter. The tang itself, which tapers to a point at the heel, is brightly finished, with lines running around the barrel base to the side. In the centre of the flat top of the barrel, on a slightly raised part, is the narrow rear sight, followed by deeply incised vines, leaves, ornamental lines and decoration. The screw head of the mounting screw is elaborately decorated.

Following the tang towards the neck of the butt is a silver thumb plate of oval shape with a narrow downward projection, bearing the crowned cipher " L I " King Louis I of Etruria (r. 1801-1803) in cursive letters in the centre.

The lockplate, hammer, battery and battery spring are decorated with typical stylistic elements of the Napoleonic era such as trophies of arms and laurel branches. The pan as well as the battery are decorated with discreet ornamental decoration or lines. The hammer, which is curved on different levels, has a very beautifully worked out blossom and ends in a double chain-like line. The fastening screw of the cock as well as the lock screws ending on the lock plate are designed as a blossom.

The signature "PENIET A PARIS" is located between the hammer, the pan, the battery and the battery spring tin.
Furthermore, the lockplate has engravings of war trophies laid down behind the hammer, and in front of the hammer discreet floral patterns and tendrils in a loosened design. The curved trigger guard, which is double-stepped in width and height in the front area, is decorated at the base with a raised leaf - ray wreath. All fittings with finely executed decoration. The lock mating screws, beautifully decorated with deep-cut foliate ornamentation, also have a foliate underlay.

The trigger has a straight vertical design, whereby the stock already corresponds to the design of the Empire and extends to the muzzle. For guiding the ramrod, a recess is made on the underside of the stock, which ends approximately at the height of the middle of the barrel. The metal slide-in case is barrel-shaped with raised rings. The butt has finely cut "fish skin" design.

The butt end has a circular metal cap with a circular pattern of curved flames.
The barrel is held and fixed in the forearm by two so-called laterally inserted barrel wedges. The wooden ramrod on the pistol has a horn end.

The Kingdom of Etruria (French: Royaume d' Étrurie, Italian: Regno di Etruria) existed between 1801 and 1807 and was one of the vassal states of Napoleonic France.

It comprised most of the former Grand Duchy of Tuscany. Its name goes back to the ancient Roman name for the land of the Etruscans: Etruria.

Napoleon had agreed with Spain and the House of Bourbon-Parma in 1801 that the Duchy of Parma would fall to France after the death of its Duke Ferdinand, while the House of Bourbon-Parma would be settled with the newly created Kingdom of Etruria. In order to make room for the Bourbons, the Habsburg Grand Duke of Tuscany, Ferdinand III, was first compensated with the secularised Archbishopric of Salzburg, whereupon the Parmesan Hereditary Prince Louis I was finally installed as "King of Etruria".

The first king of the new state, Louis, died young in 1803, so his widow, the Infanta Marie Luise of Spain (1782-1824), daughter of King Charles IV of Spain, took over the regency for her son Charles Louis, who was still underage.

On 10 December 1807, however, the regent was forced to resign and, by Senate decision of 30 May 1808, the Kingdom of Etruria was declared part of the French Empire.

As a result, three départements were created. The king and his mother were to receive indemnities from the French conquest of Portugal, but this lapsed with the break between Napoleon and the Spanish Bourbons in 1808.
As early as 1809, the former Kingdom of Etruria was handed over by Napoleon to his sister Elisa as the Grand Duchy of Tuscany, who had to return it to the Grand Duke Ferdinand III in 1814, while the House of Bourbon-Parma was compensated with the Duchy of Lucca.

Unique, historically highly interesting, outstanding pair of royal pistols.

Published in the annual calendar of the Beretta arms factory from the year 2000.

Losnummer: 137
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Steinschloß  Bedeutendes Pistolenpaar von Peniet, Paris aus dem Besitz König Ludwig I. von Etrurien (1773-1803, reg. 1801-1803)
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