Frankreich Orden vom Heiligen Geist (Ordre de Saint Esprit) - Ordensornat aus dem Besitz des Herzogs Armand - Emanuel du Plessis, Herzog von Richelieu (1766-1822), Premier Ministre unter König Louis XVIII, 1815-1818, Gouverneur der Stadt Odessa.

Orden vom Heiligen Geist (Ordre de Saint Esprit) - Ordensornat aus dem Besitz des Herzogs  Armand - Emanuel du Plessis, Herzog von Richelieu (1766-1822), Premier Ministre unter König Louis XVIII, 1815-1818.
Das Ornat bestehend aus Ordensmantel, Rock, Weste und Hose.
Der Mantel aus schwarzem Samt mit reich bestickten Aufschlägen und  Bordüren aus feinster grüner Seide mit den Ordenssymbolen wie Flammenbündeln, der gekrönten Chiffre "H"  des Ordensstifters König Henri III., Fleur de Lys sowie floralen Verzierungen und Arabesken.
Die Stickerei in feinster Qualität aus vergoldetem Silberlahn und Pailletten,die Flammen  teilweise mit rot getönten Pailletten.
Innenfutter aus feiner grüner Seide.
Auf der linken Seite großer gestickter Stern für den Ordensmantel aus Silberlahn und Silberpailletten in besonders feiner und plastischer Stickereiqualität.
Der Rock aus schwarzem Samt. Ärmelaufschläge aus grüner Seide mit ähnlicher Stickerei wie bei den Aufschlägen des Ordensmantels. Die Knöpfe in feinster Stickereiqualität aus Silberfäden und Pailletten mit Darstellung der herabschwebenden Taube, Symbol des Heiligen Geistes . Auf der linken Brust gestickter Ordensstern aus Silberlahn und Silberpailletten in allerfeinster Stickereiqualität.
Die Weste in besonders prächtiger Ausführung aus grüner Seide und vollständig mit den Ordenssymbolen in  vergoldeter Silberfäden und Pailettenstickerei  versehen. Die Knöpfe mit der silbergestickten Taube als Symbol des Heiligen Geistes auf grünem Seidenuntergrund.
Die Hose aus schwarzem Samt mit en suite gearbeiteten Stickereielementen.

Bedeutendes Ensemble von fantastischer Qualität aus dem Besitz des Trägers eines der größten Namen der französischen Geschichte zu dessen Vorfahren der berühmte Armand-Jean du Plessis, 1er Duc de Richelieu (1585-1642) zählte.

Armand - Emanuel du Plessis, Duc de Richelieu wurde im Jahr 1818 zum Ritter des Ordens vom Heiligen Geist ernannt.

Vollständige Ordensornate dieses prestigeträchtigen höchsten Ordens der französischen Monarchie sind nur noch im Musée National de la Légion d'Honneur in Paris sowie in wenigen Privatsammlungen bekannt.

Das hier angebotene Ensemble ist aufgrund seiner Qualität und der historischen Bedeutung seines Trägers ein absolut herausragendes historisches Liebhaberstück von allergrößter Seltenheit.

Provenienz: Vente Dominique Vincent / Charles Maréchal: Exceptionelle Réunion d'Ordres de Chévalerie , Armes et Uniforms, Nouveau Drouot (Paris) 22 Avril 1983, Lot 13 et 14. In dieser legendären Versteigerung wurde der 2. Teil der berühmten Sammlung Beaupère versteigert.


Biographie:

Armand du Plessis, vollständig Armand Emmanuel SophieSeptemanie du Plessis (* 25. September 1766 in Paris; † 17. Mai 1822 ebenda),Graf von Chinon, seit 1791 der 5. Herzog von Fronsac, 5. Herzog von Richelieu und Pair von Frankreich; war ein französischer und russischer Staatsmann.

Sein Vater war Louis Antoine du Plessis, Herzog von Fronsac und Sohn des Marschalls de Richelieu (1696–1788). Der Comte de Chinon, wie er als Richelieu-Erbe hieß, wurde im Alter von fünfzehn Jahren mit Rosalie de Rochechouart verheiratet, einem missgestalteten zwölfjährigen Kind, mit dem er nie mehr als eine formelle Beziehung hatte.

Nach zwei Jahren auswärtiger Reisenwurde er in die Dragoner aufgenommen und erhielt im nächsten Jahr eine Stellung am Hof, wo er einen Ruf für puritanische Einfachheit erlangte. Er ging 1790 nach Wien und trat als Freiwilliger zusammen mit seinem Freund Prinz Charles de Ligne in die russische Armee ein; am 21. November erreichte er das russische Hauptquartier in Bender.

Er nahm an der Eroberung Ismajils teil und erhielt von der Zarin Katharina II. das Sankt-Georgskreuz und ein goldenes Schwert. Nach demTod seines Vaters im Februar 1791 übernahm er den Titel des Herzogs vonRichelieu.

Er wurde kurz darauf von Ludwig XVI. nach Paris gerufen; da er aber noch nicht ausreichend Vertrauen am Hof genoss, wurde er nicht in die geplante Flucht nach Varennes eingeweiht. Im Juli erhielt er von der Nationalversammlung einen Pass, um nach Russland zu gehen.

Im Jahre 1792 war er zeitweilig Kommandant derChevaliers-Dragons de la Couronne in der Armee der Emigranten.

In der russischen Armee stieg er zum Generalmajor auf, wurde aber durch Intrigen von seinen Feinden zum Rücktritt gezwungen. Auf Anfrage der russischen Regierung wurde sein Name aus der Emigrantenliste gelöscht. 1803 wurde er Statthalter (Gouverneur) von Odessa. Er unterstützte tatkräftig die1803 in Odessa angekommenen deutschen Auswanderer, aus denen später die Volksgruppe der Schwarzmeerdeutschen entstand. Er ließ sie im ersten Winter in Kasernen übernachten und sorgte für Landkäufe, um sie anzusiedeln.

1805 wurde Richelieu Generalstatthalter (Generalgouverneur)von Cherson, Jekaterinoslaw und der Krim, zu der Zeit Neurussland genannt. Inden elf Jahren seiner Verwaltung wuchs Odessa zu einer wichtigen Stadt, deren wirtschaftliche Entwicklung er entscheidend förderte. Er kommandierte imt ürkischen Krieg von 1806/07 eine Division und war häufig mit Expeditionen in den Kaukasus beschäftigt.

Richelieu kehrte 1814 nach Frankreich zurück. Bei Napoleons triumphaler Rückkehr von Elba begleitete er Ludwig XVIII. bis nach Lille. Von dort ging er wieder nach Wien, um in die russische Armee zurückzukehren, da er glaubte, den Interessen der Monarchie und Frankreichs am besten dienen zukönnen, indem er den Zaren Alexander unterstützte. Obwohl er den Großteil seiner konfiszierten Güter nicht mehr zurückerhalten konnte, teilte er nicht den Groll der Mehrheit der zurückgekehrten Emigranten, von denen und von deren Intrigen er sich während seines Exils ferngehalten hatte. Er teilte nicht ihre Vorstellung, dass die Revolution rückgängig zu machen sei. Als persönlicher Freund des russischen Zaren wäre sein Einfluss in den Ratsversammlungen der Alliierten von großem Nutzen gewesen. Er lehnte jedoch Talleyrands Angebot eines Postens im Kabinett ab und wies auf seine lange Abwesenheit aus Frankreich und die Unkenntnis der französischen Gegebenheiten hin. NachTalleyrands Rückzug willigte er aber ein, ihm als Premierminister nachzufolgen,obwohl er – wie er selbst sagte – nicht das Gesicht eines einzigen seiner Kollegen kannte.

Die Ereignisse von Richelieus Amtszeit werden ausführlich im Zusammenhang mit der Restauration dargestellt. Hier sei nur erwähnt, dass es im Wesentlichen seinen Bemühungen zu verdanken war, dass Frankreich so frühzeitig von der Last der alliierten Besetzung befreit wurde. Hauptsächlich mit diesem Ziel nahm er am Aachener Kongress 1818 teil. Dort wurde er vertraulich über die Erneuerung des Vertrags informiert, der die Alliierten verpflichtete, im Fall erneuter revolutionärer Störungen einzuschreiten; teilweise aufgrund dieses Wissens trat er im Dezember des gleichen Jahres von seinem Amt zurück, da seineKollegen eine reaktionäre Änderung des Wahlgesetzes ablehnten. Nach dem Mord am Herzog von Berry und dem erzwungenen Rücktritt  Decazes' wurde er noch einmal Präsident des Conseil des Ministres (20. Februar 1820); seine Position wurde aber wegen Angriffen von Seiten der Ultras auf der einen Seite und der Liberalen auf der anderen Seite unhaltbar, und am 12. Dezember 1821 trat er wiederum zurück,nur wenige Monate vor seinem Tode.

Er wurde im Jahr 1816 in die Académie Française aufgenommen.Armand du Plessis starb 1822 an einem Schlaganfall.

Nach seinem Tode errichteten ihm die Einwohner von Odessa 1828 ein Denkmal auf dem Primorskij-Boulevard. Es zeigt den ehemaligenGouverneur in der Pose eines römischen Staatsmannes mit Toga.




Costume of Order of the Holy Spirit (Ordre de Saint Esprit) from the Duke of Richelieu, Governor of the City of Odessa

Order regalia from the possession of Duke Armand - Emanuel du Plessis, Duke of Richelieu (1766-1822), Premier Ministre under King Louis XVIII, 1815-1818.

The regalia consisting of a coat of the order, frock coat , waistcoat and trousers. The coat of black velvet with richly embroidered lapels and borders of finest green silk with the symbols of the Order such as bundles of flames, the crowned cipher "H" of the founder of the Order, King Henri III, Fleur de Lys as well as floral decorations and arabesques. The embroidery of the finest quality made of gilt silver lantern and sequins, the flames partly with red-tinted sequins. Lining of fine green silk.
On the left side, large embroidered star for the order's coat of silver lantern and silver sequins in particularly fine and plastic embroidery quality.
The frock coat of black velvet. Cuffs of green silk with similar embroidery as on the  the order's coat. The buttons in finest embroidery quality of silver threads and sequins with depiction of the descending dove, symbol of the Holy Spirit.
On the left breast an embroidered star of the Order made of silver lantern and silver sequins in the finest embroidery quality.
The waistcoat in a particularly splendid design of green silk and completely embroidered with the symbols of the Order in gilt silver thread and sequins. The buttons with the silver embroidered dove as a symbol of the Holy Spirit on a green silk background.
The trousers in black velvet with embroidery elements worked en suite.

Magnificent  ensemble of fantastic quality from the estate of an important  family member of one of the greatest names in French history whose ancestors included the famous Armand-Jean du Plessis, 1er Duc de Richelieu (1585-1642).

Armand - Emanuel du Plessis, Duc de Richelieu was made a Knight of the Order of the Holy Spirit  in 1818.
Complete costumes  of this prestigious highest order of the French monarchy are only known to exist in the Musée National de la Légion d'Honneur in Paris and in a few private collections.
Due to its quality and the historical significance of its owner, the ensemble offered here is an absolutely outstanding historical collector's item of the utmost rarity.

Provenance: Vente Dominique Vincent / Charles Maréchal: Exceptionelle Réunion d'Ordres de Chévalerie , Armes et Uniforms, Nouveau Drouot (Paris) 22 Avril 1983, Lot 13 et 14. In this legendary auction the 2nd part of the famous Beaupère collection was sold.

Armand du Plessis, in full Armand Emmanuel Sophie Septemanie du Plessis (* 25 September 1766 in Paris; † 17 May 1822 ibid),Count of Chinon, since 1791 the 5th Duke of Fronsac, 5th Duke of Richelieu and Pair of France; was a French and Russian statesman.

His father was Louis Antoine du Plessis, Duke of Fronsac and son of Marshal de Richelieu (1696-1788). The Comte de Chinon, as he was known as the Richelieu heir, was married at the age of fifteen to Rosalie de Rochechouart, a misshapen twelve-year-old with whom he never had more than a formal relationship. After two years of out-of-town travel, he enlisted in the dragoons and the next year obtained a position at court, where he gained a reputation for Puritan simplicity. He went to Vienna in 1790 and joined the Russian army as a volunteer with his friend Prince Charles de Ligne; he reached the Russian headquarters at Bender on 21 November. He took part in the conquest of Ishmael and received the Cross of Saint George and a golden sword from Tsarina Catherine II.
After the death of his father in February 1791, he assumed the title of Duke of Richelieu. He was summoned to Paris shortly afterwards by Louis XVI; but as he did not yet enjoy sufficient confidence at court, he was not initiated into the planned escape to Varennes. In July he obtained a pass from the National Assembly to go to Russia. In 1792 he was temporarily commander of theChevaliers-Dragons de la Couronne in the army of the émigrés. In the Russian army he rose to the rank of major-general, but was forced to resign by intrigues of his enemies. At the request of the Russian government, his name was removed from the émigré list.

In 1803 he became governor of Odessa.

He actively supported the German emigrants who arrived in Odessa in 1803 and who later became the ethnic group of Black Sea Germans. He let them spend the first winter in barracks and arranged for land purchases to settle them.

In 1805, Richelieu became governor-general of Kherson, Ekaterinoslav and the Crimea, at that time called New Russia. During the eleven years of his administration, Odessa grew into an important city whose economic development he decisively promoted. He commanded a division in the Turkish War of 1806/07 and was frequently engaged in expeditions to the Caucasus.

Richelieu returned to France in 1814. On Napoleon's triumphal return from Elba, he accompanied Louis XVIII as far as Lille. From there he went back to Vienna to rejoin the Russian army, believing he could best serve the interests of the monarchy and France by supporting Tsar Alexander.
Although he was unable to recover most of his confiscated property, he did not share the resentment of the majority of the returned émigrés, from whom and from whose intrigues he had stayed away during his exile. He did not share their idea that the revolution could be reversed. As a personal friend of the Russian Tsar, his influence in the councils of the Allies would have been of great use. However, he refused Talleyrand's offer of a post in the cabinet, pointing to his long absence from France and ignorance of French conditions.
After Talleyrand's withdrawal, however, he agreed to succeed him as Prime Minister,although, as he himself said, he did not know the face of a single one of his colleagues.

The events of Richelieu's time in office are described in detail in connection with the Restoration. It is only worth mentioning here that it was largely thanks to his efforts that France was freed so early from the burden of Allied occupation. It was mainly with this aim that he took part in the Aachen Congress of 1818. There he was confidentially informed of the renewal of the treaty which obliged the Allies to intervene in the event of renewed revolutionary disturbances; partly on the basis of this knowledge, he resigned from office in December of the same year, as hiscolleagues rejected a reactionary amendment to the electoral law. After the assassination of the Duke of Berry and the forced resignation of Decazes, he once again became President of the Conseil des Ministres (20 February 1820); but his position became untenable because of attacks from the Ultras on the one side and the Liberals on the other, and on 12 December 1821 he resigned again,only a few months before his death.

He was admitted to the Académie Française in 1816.Armand du Plessis died of a stroke in 1822.

After his death, the inhabitants of Odessa erected a monument to him on Primorsky Boulevard in 1828. It shows the former governor in the pose of a Roman statesman wearing a toga.

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Frankreich  Orden vom Heiligen Geist (Ordre de Saint Esprit) - Ordensornat aus dem Besitz des Herzogs  Armand - Emanuel du Plessis, Herzog von Richelieu (1766-1822), Premier Ministre unter König Louis XVIII, 1815-1818, Gouverneur der Stadt Odessa.
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