Führende Persönlichkeiten des 3.Reiches Abzeichen für Diplomaten des Reichsaußenministeriums aus dem Besitz Hans - Otto Meissners.

Silber. Über dem Hoheitsadler gravierte Bezeichnung "R:A:M: TOKIO / NR. 3". An Nadel. Auf der Rückseite Herstellerzeichen "C.E. JUNCKER BERLIN SW" sowie Silberstempel "900".


Dazu ein Exemplar des Buches von Hans Otto Meissner: In stürmischer Zeit. Als Diplomat in London, Tokio, Moskau, Mailand. Bechtle Verlag, Esslingen und München 1990.


Hans-Otto Meissner (* 4. Juni 1909 in Straßburg; † 8. September 1992 in Unterwössen) war ein deutscher Diplomat und Schriftsteller. Er war der Sohn des Staatsministers Otto Meissner.

Nach dem Abschluss seines Studiums an der Universität Göttingen arbeitete Meissner 1933 zunächst einige Monate im preußischen Justizdienst. Im Dezember 1933 bestand er das Eintrittsexamen für den Auswärtigen Dienst. Am 12. Dezember 1933 wurde er in die SS (Mitgliedsnummer 241.955) aufgenommen, und zwar in die so genannte Motor-SS (seit dem 1. Mai 1940 im Rang eines Hauptsturmführers). Nach Meissners eigenen Angaben in seiner Autobiographie soll Josias zu Waldeck und Pyrmont ihm diese Mitgliedschaft nahegelegt haben.[2]

Im Februar 1934 trat Meissner als Beamter des höheren Dienstes im Rang eines Attachés in den diplomatischen Dienst ein. Er gehörte zunächst der Abteilung IV "Osteuropa, Skandinavien, Ostasien" an. Zu den jungen Führungsbeamten, die mit ihm in den Staatsdienst kamen, zählte unter anderem Ernst vom Rath.

1934 wurde Meissner in der Kaserne der Leibstandarte SS Adolf Hitler in Lichterfelde, der ehemaligen Hauptkadettenanstalt - in die er gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Berliner Gliederung der Motor-SS beordert worden war, um im Falle einer SA-Erhebung die Anstalt zu verteidigen -, Augenzeuge von Exekutionen, im Zuge der als "Röhm-Putsch" bekannten politischen Säuberungswelle.

Am 1. November 1934 wurde Meissner mit einer Dissertation über Vollmacht und Ratifikation bei völkerrechtlichen Verträgen nach deutschem Recht zum Dr. jur. promoviert.

Vom August 1935 bis März 1936 war Meissner an der deutschen Botschaft in London beschäftigt. Nach dem Bestehen der diplomatisch-konsularischen Prüfung am 24. Juni 1936 wurde er im September desselben Jahres an die deutsche Botschaft in Tokyo entsandt. Dort war er von Dezember 1936 bis Dezember 1938 - seit Juli 1938 im Rang eine Legationssekretärs - unter Botschafter Eugen Ott tätig. Während dieser Zeit, am 12. Dezember 1936, wurde Meissner zudem Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 3.762.629). Am 22. September 1937 heiratete er Estelle Dittenberger. Aus der Ehe ging eine Tochter hervor, Andrea Meissner (* 1. März 1943). Von März 1939 bis zur Kriegserklärung am 3. September 1939 wurde er erneut an der deutschen Botschaft in London eingesetzt.

Von September 1939 bis März 1940 wurde er in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin im Referat II (Militärischer Nachrichten- und Propagandadienst) beschäftigt, um dann vom März bis Juli 1940 an der deutschen Botschaft in Moskau zu wirken. Vom August 1940 bis Januar 1941 diente er in der Wehrmacht (XXXXI. Armeekorps), um vom Januar 1941 bis März 1941 erneut an der Botschaft in Moskau zu arbeiten. Es folgte, vom März bis Dezember 1941, erneuter Dienst im XXXXI. Korps des deutschen Heeres, in dem er bis zum Oberleutnant der Reserve (ab 1. November 1941) befördert wurde. Nach einer Verwundung an der Ostfront in der Panzerschlacht an der Dubysa im Dezember 1941 kehrte er in den Diplomatischen Dienst zurück.

Nachdem er bereits im August 1941 den Rang eines Gesandtschaftsrates erhalten hatte, wurde Meissner im Dezember unter der Bezeichnung eines Konsuls die Leitung des deutschen Generalkonsulats in Mailand übertragen, das er bis 1945 führte. Er hatte dabei auch die Funktion des Kulturreferenten. In dieser Funktion nahm er an der Tagung der Antijüdischen Auslandsaktion unter Horst Wagner Anfang April 1944 in Krummhübel teil, wo sich die "Judenreferenten" (da es keine hauptamtliche Judenreferenten gab, handelte es sich um mit "Judenangelegenheiten" vertraute Mitarbeiter, meistens die Kulturreferenten) der Botschaften trafen, um über eine Verschärfung der europaweiten Judenverfolgung und eine Verstärkung der propagandistischen Maßnahmen gegen die öffentliche Anprangerung der Judenverfolgung durch die Alliierten zu beraten.[4] Laut Tagungsprotokoll empfahl Meissner, "bei der antijüdischen Informationsarbeit in Italien die starke jüdische Beteiligung an verbotenen Handlungen (Schwarzhandel, Sabotage usw.) herauszustellen".[5] Der Historiker Sebastian Weitkamp bewertet die im Tagungsprotokoll dokumentierten Aussagen Meissners als "Vorschläge zur Intensivierung der antisemitischen Propaganda".[6] Am 1. Mai 1944 wurde Meissner zum Konsul I. Klasse ernannt.

Im Mai 1945 wurde Meissner, zwei Wochen nach Kriegsende, gemeinsam mit seinem Konsulatspersonal von amerikanischen Truppen bei Bellagio verhaftet und im Gefangenenlager Nr. 334 bei Scandicci interniert. Nach einigen Wochen in diesem Lager wurden er und seine Mithäftlinge in ein komfortables Lager in einer Hotelanlage im Badeort Salsomaggiore verlegt. Meissner selbst meinte später, dass wahrscheinlich ein briefliches Hilfeersuchen seinerseits an Papst Pius XII. - seit seiner Zeit als Nuntius im Berlin der 1920er Jahre ein enger Freund der Familie Meissner - zu dieser Verbesserung der Situation geführt habe.[7]

Nach 1945

Nach dem Krieg bestritt Meissner die Echtheit des Tagungsprotokolls der Krummhübler Tagung vom April 1944 und leugnete bei einer Vernehmung in alliierter Haft am 29. April 1947, seine dort dokumentierten antisemitischen Vorschläge gemacht zu haben.[8] Nach seiner Entlassung aus der amerikanischen Internierung im Oktober 1947 betätigte Meissner sich als freiberuflicher Journalist und Schriftsteller. Bis 1991 veröffentlichte er zahlreiche Reiseberichte, Romane und Lebensbeschreibungen großer Entdecker. Hinzu kamen autobiographische Schriften sowie Werke zur jüngeren Zeitgeschichte. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, u. a. ins Bulgarische, Dänische, Englische, Finnische, Französische, Italienische, Niederländische, Norwegische, Polnische, Portugiesische, Russische, Schwedische, Slowenische, Spanische und Tschechische.

Daneben trat er öffentlich als Präsident des Deutschen Instituts für Lebensformen hervor, ein Amt, in das er am 28. Juni 1953 in Bad Pyrmont auf dem Gründungskongress der Gesellschaft gewählt wurde. Seine Wahl wurde begründet mit seinen "Verdienste[n] um die Wiederbelebung kultivierter Umgangsformen".[9] 1956 heiratete Meissner in zweiter Ehe die Schriftstellerin Marianne Mertens.

Trotz vereinzelter Kritik wegen seiner Vergangenheit als NS-Diplomat wurde Meissner im Nachkriegsdeutschland mit zahlreichen Ehrungen bedacht. 1986 bekam er auf Vorschlag von Franz Josef Strauß das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. In diesem Zusammenhang kam es zu Kontroversen wegen seiner Teilnahme an der Krummhübler Tagung, wobei Meissner sich darauf berief, ahnungslos zu der Tagung gefahren zu sein.

Schönes geprägtes Originalexemplar dieses seltenen Abzeichens für das Diplomatische Korps das von Hans Otto Meissner während seiner Zeit als Diplomat in Tokio getragen wurde.



Silver insignia features national eagle and is engraved: "R:A:M: TOKIO / NR. 3". Reverse features undamaged pin and the manufacturer's mark " C. E. JUNCKER BERLIN SW" with silver hallmark "900".


Included is a copy of the book by Hans Otto Meissner: "In Stormy Times. As a Diplomat in London, Tokyo, Moscow, Milan". Bechtle Verlag, Esslingen and Munich, 1990.


Hans-Otto Meissner (4 June 1909 in Strasbourg - 8 September 1992 in Unterwössen) was a German Diplomat and writer. He was the son of the minister of State Otto Meissner.


After completing his studies at the University of Göttingen, Meissner worked for a few months in the Prussian Judicial Service in 1933. In December 1933 he passed the entrance exam for the Foreign Service. On 12 December 1933, he was admitted to the SS (membership number 241,955), namely to the so-called Motor-SS (since 1 May 1940 in the rank of Hauptsturmführer). According to Meissner's own statements in his autobiography, Josias zu Waldeck and Pyrmont suggested this membership to him.


In February 1934, Meissner entered the diplomatic service as a civil servant with the rank of attaché. He initially belonged to Department IV "Eastern Europe, Scandinavia, East Asia". Among the young leaders who came with him into the civil service was Ernst vom Rath.


In 1934, in the barracks of the Leibstandarte SS Adolf Hitler in Lichterfelde, the former Main Cadet Academy, to which he had been ordered along with other members of his unit to defend the academy in the event of an SA uprising, Meissner became an eyewitness to executions in the wake of the political purge known as the "Röhm Putsch".


On November 1, 1934, Meissner received his doctorate in law with a dissertation on power of attorney and ratification in international treaties under German law.


From August 1935 to March 1936, Meissner was employed at the German embassy in London. After passing the diplomatic-consular examination on 24 June 1936, he was sent to the German embassy in Tokyo in September of that year. There he worked from December 1936 to December 1938, in the rank of legation secretary - under ambassador Eugen Ott. During this time, Meissner also became a member of the NSDAP (membership number 3,762,629). On 22 September 1937 he married Estelle Dittenberger. The marriage produced a daughter, Andrea Meissner (*1 March 1943). From March 1939 until the declaration of war on 3 September 1939, he was again assigned to the German embassy in London.


From September 1939 to March 1940, he was employed in the Information Department of the Federal Foreign Office in Berlin, Division II (military intelligence and propaganda service), and then worked at the German embassy in Moscow from March to July 1940. From August 1940 to January 1941 he served in the Wehrmacht. From January 1941 to March 1941 he worked again at the embassy in Moscow. This was followed, from March to December 1941, by renewed service in the Wehrmacht. He was promoted to Oberleutnant der Reserve (1 November 1941). After being wounded on the Eastern Front in the tank battle of Dubysa, he returned to the diplomatic service.


After he had already received the rank of Envoy in August 1941, Meissner was assigned to head the German Consulate General in Milan in December, which he led until 1945. He also had the function of cultural officer. In this role, he took part in the meeting of the anti-Jewish foreign executive under Horst Wagner at the beginning of April 1944 in Karpacz. According to the minutes of the meeting, Meissner recommended, "to highlight the anti-Jewish activity in Italy and the large Jewish participation in forbidden acts (trafficking, Sabotage, etc.)". Historian Sebastian Weitkamp assesses Meissner's statements documented in the conference minutes as "suggestions for intensifying anti-Semitic Propaganda". On 1 May 1944, Meissner was appointed consul, first class.


In May 1945, two weeks after the end of the war, Meissner and his consular staff were arrested by American troops near Bellagio and interned in prison camp No. 334 near Scandicci. After a few weeks in this camp, he and his fellow prisoners were transferred to a comfortable camp in a hotel complex in the seaside resort of Salsomaggiore. Meissner himself later said that probably a letter of for assistance from him to Pope Pius XII, a close friend of the Meissner family, had led to the improvement in his living conditions.


After the war, Meissner denied the authenticity of the minutes of the Krummhübler meeting of April 1944 and, during an interrogation in allied custody on 29 April 1947, denied that he had made these anti-Semitic proposals. After his release from American internment in October 1947, Meissner worked as a freelance Journalist and writer. Until 1991, he published numerous travelogues, novels, and biographies of the great explorers. In addition, there were autobiographical writings as well as works on recent contemporary history. His books have been translated into many languages, including Bulgarian, Danish, English, Finnish, French, Italian, Dutch, Norwegian, Polish, Portuguese, Russian, Swedish, Slovenian, Spanish and Czech.


In addition, he publicly stepped forward as president of the German Institute for Ways of Life, a post to which he was elected on 28 June 1953 in Bad Pyrmont at the founding congress of the society. His election was justified by his"merits for the revival of cultivated manners." In 1956, Meissner married the writer Marianne Mertens, her second marriage.


Despite isolated criticism for his past as a Nazi Diplomat, Meissner received numerous honors in post-war Germany. In 1986 he was awarded the Grand Cross of the federal order of Merit based on the recommendation of Franz Josef Strauss. In this context, controversy arose because of his participation in the Krummhübler conference, with Meissner claiming to have gone to the conference unknowingly.


Beautifully die struck original example of this rare badge for the diplomatic corps worn by Hans Otto Meissner during his time as a Diplomat in Tokyo.

Losnummer: 352
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