Generalität Ernennungsurkunde für den General der Artillerie Friedrich Dollmann zum Generaloberst.

Das Urkundenblatt mit goldgeprägtem Titel "Im Namen des Deutschen Volkes". Datiert Führerhauptquartier, den 19. Juli 1940.
Mit Originalunterschrift Adolf Hitler in schwarzer Tinte und großem Prägesiegel.
Das Urkunden - Doppelblatt in dunkelroter Verleihungsmappe von Frieda Thiersch. Der Deckel mit goldgeprägtem Hoheitsadler. Am rückseitigen unteren Rand Dignatur "Frieda Thiersch" in Goldprägung.

Friedrich Karl Albert Dollmann[1] (* 2. Februar 1882 in Würzburg; † 28./29. Juni 1944[2] in Le Mans) war ein deutscher Heeresoffizier (seit 1940 Generaloberst). Dollmann diente bis zum Ende des Ersten Weltkrieges bei der bayerischen Armee. Anschließend stieg er in Reichswehr und Wehrmacht ungewöhnlich schnell auf. Während des Zweiten Weltkrieges befehligte Dollmann die 7. Armee an der deutschen Westgrenze und ab Sommer 1940 als Besatzungstruppe in Frankreich. Die Leitung der Abwehr der anglo-amerikanischen Landung in der Normandie im Juni 1944 lag maßgeblich in seinen Händen.

 

Für den 6. Juni 1944 hatte Dollmann die Durchführung eines Kriegsspiels in Rennes angeordnet. Er selbst wie auch seine Korps- und Divisionskommandeure befanden sich deshalb nicht bei ihren Verbänden, als die alliierte Landung in der Normandie im Bereich der 7. Armee begann. Da auch Rommel abwesend war, fungierte Dollmann zunächst als Leiter der deutschen Gegenoperationen. Er versuchte einen Gegenschlag mit der 21. Panzer-Division zu organisieren, der jedoch nichts auszurichten vermochte. Dollmann befahl nun Generalleutnant Fritz Bayerlein, dessen Panzer-Lehr-Division um 17:00 Uhr zur Front zu verlegen. Bayerlein protestierte zwar, weil ein Marsch bei Tageslicht die alliierte Luftwaffe geradezu einladen musste, seine Division zu dezimieren, doch Dollmann bestand auf seinem Befehl. Als Folge verlor die Division in den nächsten Stunden fünf Panzer, 40 Tanklaster und 84 weitere Fahrzeuge durch alliierte Luftangriffe und war am Morgen des 7. Juni nicht zum Gegenangriff einsatzbereit. Dieser verzögerte sich unter anderem deshalb bis zum 9. Juni und wurde dann abgewehrt.[31]

 

Nachdem die Panzer-Divisionen der Panzergruppe West unterstellt worden waren, war Dollmanns 7. Armee nur noch für den linken Flügel der Invasionsfront verantwortlich. Sie verfügte dort über 16 Divisionen und fünf Korpskommandos, musste allerdings schon am 21. Juni 1944 melden, dass deren Versorgung nicht mehr sichergestellt werden könne.[32] Die deutschen Verbände leisteten zwar energischen Widerstand, konnten den Vormarsch der anglo-amerikanischen Truppen jedoch nur verlangsamen. Dollmann zögerte nicht damit, seine Soldaten durch die Androhung schärfster Strafen zu disziplinieren. Ein Soldat, „der aus der vorderen Linie ohne Handwaffe zurückkommt … [ist] wegen Feigheit sofort vor ein Kriegsgericht zu stellen.“[33]

 

Am 18. Juni wurde der strategisch wichtige Hafen von Cherbourg abgeschnitten. Obwohl die „Festung“ gut versorgt war, kapitulierte ihr Kommandeur Generalleutnant Karl-Wilhelm von Schlieben am Mittag des 26. Juni 1944 (→ Schlacht um Cherbourg). Hitler war über den Verlust außer sich und auch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, Chef des OKW, leitete eine Untersuchung ein. Am 29. Juni traf Hitler in Berchtesgaden mit Rundstedt und Rommel zusammen und verlangte, dass Dollmann wegen des Verlustes von Cherbourg vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollte. Als sich Rundstedt dem widersetzte, verlangte Hitler zumindest eine Enthebung Dollmanns von seinem Kommando. Aber dies lehnte Rommel ab. Erst als die Generalfeldmarschälle nach der Besprechung gegangen waren, rief Hitler in Le Mans an und ersetzte Dollmann durch SS-Obergruppenführer Paul Hausser.[34]

Sehr schönes und seltenes Verleihungsdokument dieses maßgeblich in die Verteidigung der Invasionsfront in der Normandie eingebundenen Generals.
Losnummer: 293
2500*
Generalität  Ernennungsurkunde für den General der Artillerie Friedrich Dollmann zum Generaloberst.
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